Die Doppelmerle

Ich versuche hier auf vereinfachte Art über das Thema Doppelmerle zu berichten und aufzuklären. Ich werde auch immer wieder auf Antje`s Blog darüber berichten, denn man kann gar nicht genug über diese Art von Qualzucht schreiben.

Doppelmerle sind aus einer Verpaarung gefleckt & gefleckt. Mein Thema ist in dem Fall die Deutsche Dogge, jedoch sind Doppelmerle bei vielen anderen Rassen zu finden. Bei allen Rassen in denen das „Merlegen“ vorkommt, wie z.B. Border Collie, Bobtail, Australien Shepard, Shelties, Jack Russel Terrier und viele mehr.

Vereinfacht gesagt ist das Merlegen für die Fleckung verantwortlich, genauer gesagt für den Weißanteil im Fell.

Zu gefleckt zählen bei den Doggen die Harlekin (weiß mit schwarzen Flecken) und auch der Grautiger (grau mit schwarzen Flecken). Bei einer Verpaarung gefleckt & gefleckt können sogannte Doppelmerle enstehen. Diese Hunde haben eine noch kürzere Lebenerwartung als die gesunde Dogge. Sie sind meist blind und/ oder taub. Es kommt zu Fehbildungen im Innenohr und Fehlbildungen der Augen. Auch innere Organe sind sehr oft betroffen. Die Hunde leiden meist an Immunschwäche und Allergien. Für mich persönlich das Schlimmste und nirgendwo zu lesen ist aber das diese Hunde psychische Störungen haben. Sie haben Panikattacken und werden aus unerkennbaren Gründen sehr ängstlich. Mir wurde auch schon über Doppelmerle berichtet die im Schlaf oder aus dem Schlaf heraus fürchterlich anfangen zu heulen und zu weinen und dann völlig neben der Spur sind.

Wer Ringo`s Geschichte gelesen hat bekommt eine Vorstellung was für arme Seelen diese Hunde sind und wieviel Kraft es kostet einen solchen Hund zu haben. Es sind so viele Doppelmerle die im Tierschutz landen, weil die Menschen mit diesen Hunden nicht zurecht kommen. Der Schein trügt bei „den wunderschönen weißen Hunden mit blauen Augen“.

Qualzucht ist lt. Tierschutzgesetz § 11b verboten:

(1) Es ist verboten, Wirbeltiere zu züchten oder durch biotechnische Maßnahmen zu verändern, soweit im Falle der Züchtung züchterische Erkenntnisse oder im Falle der Veränderung Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass als Folge der Zucht oder Veränderung

  1. bei der Nachzucht, den biotechnisch veränderten Tieren selbst oder deren Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten oder
  2. bei den Nachkommen
  3. a) mit Leiden verbundene erblich bedingte Verhaltensstörungen auftreten,
  4. b) jeder artgemäße Kontakt mit Artgenossen bei ihnen selbst oder einem      Artgenossen zu Schmerzen oder vermeidbaren Leiden oder Schäden führt oder
  1. c) die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt.

(2) Die zuständige Behörde kann das Unfruchtbarmachen von Wirbeltieren anordnen, soweit züchterische Erkenntnisse oder Erkenntnisse, die Veränderungen durch biotechnische Maßnahmen betreffen, erwarten lassen, dass deren Nachkommen Störungen oder Veränderungen im Sinne des Absatzes 1 zeigen werden.

(3) Die Absätze 1 und 2 gelten nicht für durch Züchtung oder biotechnische Maßnahmen veränderte Wirbeltiere, die für wissenschaftliche Zwecke notwendig sind.

(4) Das Bundesministerium wird ermächtigt, durch Rechtsverordnung mit Zustimmung des Bundesrates die erblich bedingten Veränderungen und Verhaltensstörungen nach Absatz 1 näher zu bestimmen,

  1. das Züchten mit Wirbeltieren bestimmter Arten, Rassen und Linien zu verbieten oder zu beschränken, wenn dieses Züchten zu Verstößen gegen Absatz 1 führen kann.

Leider werden aber gemeldete Verstöße wenig oder gar nicht bestraft. Solange unsere Gesetze für die Tiere so lasch verfolgt werden wird sich leider auch nicht viel ändern. Es gibt außer mir noch viele Menschen und Organisationen, die versuchen den Menschen die Augen zu öffnen.

Wir können daran nur etwas ändern wenn die Menschen zuhören, verstehen und handeln.

Leider ist in einigen Ländern die Zucht von Doppelmerle erlaubt denn die „Gefleckten“ mit ganz viel weiß lassen sich sehr gut verkaufen. Auch wenn diese Züchtungen lt. Verband verboten sind gibt es genug Hobbyzüchter und Vermehrer die es trotzdem tun. Kostet ein Welpe bei diesen Leuten oft ja nur die Hälfte oder noch weniger als bei einem Züchter. Das Rad wird sich ewig weiter drehn und wer mit mir am „Ball“ bleiben will kann vieles darüber noch in Antje`s Blog lesen.

Wer sich intensiv mit der Gentechnik beschäftigen möchte, erklärt hier wird es sehr gut auf Wikipedia oder wirklich sehr ausführlich auf Doggen.info.